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Martin Lichtfuss - Komponist und Dirigent Martin Lichtfuss - composer and conductor Martin Lichtfuss - compositeur et chef d'orchestre

Oft versuche ich in meinen Kompositionen, widerstrebende Kräfte der Neuen Musik zu einer persönlichen Tonsprache zu verbinden. Sie ist häufig von pulsierender Rhythmik erfüllt und dann doch immer wieder von ametrischen Klangflächen durchzogen; die Harmonik ist meist freitonal, kippt aber immer wieder ins Atonale; und wenn in meinen Orchesterstücken immer wieder kammermusikalische Passagen erklingen, ist die Kammermusik oft von symphonischem Duktus erfüllt.

Komposition:

eine

unerschöpfliche Vielfalt

möglicher Synthesen

Kammermusik -


Orchesterwerke -


Orgelwerke -

Adieu


für kleines Orchester [ 2004 ]


(1-1-1-1/1-1-1-1/Akk.- 1 Schl./6-5-3-3-2)


Partiturdownload [ pdf-download ]


1. Satz:



2. Satz:



Kammerorchester InnStrumenti

Dirigent: Gerhard Sammer


Dauer ca. 15'00"



Die beiden Sätze dieser Komposition sind Reaktionen auf meine Konfrontation mit dem Tod und Versuche, mich abzureagieren bzw. freizuschreiben.

Vor einigen Jahren war es der endgültige Abschied meines Freundes und Komponistenkollegen Haimo Wisser, der mich sehr aufgerüttelt hat; ihm ist der 2. langsame Satz gewidmet. Das einleitende Stück spiegelt meine Gefühlslage während der letzten Lebensphase meines Vaters wider.


Ich habe diese Zeit als eine mit extremen Gegensätzen erlebt: hell—dunkel, schrill–leise, schmerzhaft–friedvoll, pulsierend–Zeitlupe. Diese Zustände und die damit verbundenen Gemütsschwankungen sind in Form von starken Kontrasten und Antithesen in die Musik eingeflossen.


Presse


Martin Lichtfuss wollte sein 15-minütiges »Adieu für kleines Orchester« als Versuch verstanden wissen, sich von seelisch belastenden Erfahrungen freizuschreiben. Dieser Versuch des introvertierten Lichtfuss hätte nachhaltiger nicht ausfallen können.


Das Freischreiben gelang mit aller massiven Klanglichkeit und intimen Zärtlichkeit ebenso wie mit sinnlicher Leidenschaft und impulsivem Gestus. Lavierend zwischen tonal und atonal, im Wechsel von Klangentladungen und kleinen Inseln der Entspannung, lässt er, wie im wirklichen Leben, Stimmungen unvorhersehbar kippen und deutet luzid seelische Lichtblicke an, die zu erreichen man nie sicher sein kann.


Markus Hauser

Tiroler Tageszeitung   22-11-2004